Demo am Samstag

Zusammen mit …umsGanze und Sand im Getriebe waren wir am Samstag mit einem fetten Block auf der Straße.

Es war eine kraftvolle und kämpferische Demo, auf der wir noch einmal zum Ausdruck gebracht haben: die Klimakrise lässt sich nur gegen den Kapitalismus bekämpfen! Trotz erneutem massivem Polizeiaufgebot, Doppelspalier und willkürlichem Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz konnten wir uns dennoch immer wieder Aktionsspielräume erkämpfen und unsere Wut gegenüber der Greenwashing Party der IAA zum Ausdruck bringen. Aus der Demo heraus wurden zwei Bäume besetzt und der brutale Festnahmeversuch der Kletter*innen konnte vom Block abgewehrt werden.

In den letzten Tagen haben wir gezeigt, dass die IAA in München nicht störungsfrei ablaufen kann.

Danke an alle, die sich an unseren Aktionen beteiligt haben und Solidarität mit allen von Repression und Polizeigewalt betroffenen! Bei Bedarf wendet euch an die Rote Hilfe oder Out Of Action.

#BlockIAA

Weil wir es satt haben, dass Konzerne und Autolobby handfest von der Klimakrise profitieren, haben wir ihre Party heute handfest gestört.

Schon jetzt ist klar: die Verlegung der IAA nach München ist keine Erfolgsgeschichte für VDA und Co. Die IAA muss brachial und militarisiert abgesichert werden, von einem reibungslosen Ablauf kann trotzdem keine Rede sein. Die Allmachts-Inszenierung der Polizei wurde trotz massiver Gewalt und Einschüchterung massenhaft durchbrochen.
Mit einer Hausbesetzung und der Eröffnung des ‚Open Space for Future‘ haben wir einen praktischer Schritt gegen die Privatisierung der Stadt durch die IAA unternommen, denn der städtische Raum sollte für alle Menschen frei von profitinteressen nutz- und gestaltbar sein.

Der in München ohnehin schon knappe öffentliche Raum, wurde für den VDA noch weiter privatisiert. Den ausgerechnet als Open Spaces gelabelten Werbe- und Ausstellungsflächen wurden die Vorzeigeecken der Stadt überlassen, während etwa das Protest-Camp von Beginn an mit Gängelung und mitunter geradezu lächerlichen Auflagen konfrontiert war. Was für Menschen mit Fahrrädern lediglich eine ärgerliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit zur Folge hat, bedeutet für viele Menschen ganz konkret Ausschluss, Verdrängung und Repression. So beinhaltet die Platz- und Raumnutzungsordnung der IAA neben dem Verbot politischer Ausdrucks etwa auch Bettelverbote – durchgesetzt von privaten Securities und Staatsgewalt.

Wir wollen eine Stadt für Alle und setzen der durch tausende Bullen abgesichterten und gewaltsam durchgesetzten Raumnahme der Auto-Lobby, eine Aneignung des öffentlichen Raumes entgegen. Deswegen wurde im Rahmen der No Future For IAA Aktion ein Haus in der Karlstraße besetzt. Für Open Spaces diesen Namen verdienen. Trotz der gewaltsamen Räumung und den Angriffen der Polizei auf unseren Finger haben wir deutlich gemacht, dass wir uns vom deutschlandweit zusammengekarrten Polizeiauflauf nicht einschüchtern lassen.

Und auch sonst ging heute einiges: Die Bluelane wurde blockiert, der Odeonsplatz von zahlreichen Aktivist*innen besetzt, Königsplatz und Bosch-Werk bekamen überraschenden Besuch.

Die IAA wollte mit ihrem neuen Anstrich als Mobilitätsmesse versuchen, sich als Projekt im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu inszenieren. Diese Inszenierung wurden heute von tausenden Aktivist*innen durchkreuzt, die deutlich gemacht haben wofür die IAA wirklich steht: für die Privatisierung des öffentlichen Raums, für Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und für ein Weiter-so mit grünem Anstrich.

Hausbesetzung aus Protest gegen die IAA

Aus der Pressemitteilung:

„Anti-IAA-Open Space“ in der Karlstraße eröffnet

+++ No Future for IAA-Aktivist*innen fordern: „Stadt für alle – nicht für Autokonzerne“ +++

Im Rahmen der Aktion #BlockIAA wurde heute die Karlstraße 20 besetzt. Vor dem Gebäude wurde der „Open Space for Future“ eröffnet. Mit der Aktion will das Bündnis No Future for IAA gegen die Vereinnahmung des städtischen Raums durch die Autoindustrie protestieren.

Fritzi Krämer, Sprecherin von No Future for IAA erklärte dazu: „Städtischer Raum ist in München so teuer und begehrt wie kaum irgendwo sonst. Dass die halbe Innenstadt der Autoindustrie zur Verfügung gestellt wird, während es an Räumen für unkommerzielle kulturelle und politische Projekte mangelt, nehmen wir nicht länger hin. Wir haben dazu aufgerufen sich den städtischen Raum zurückzuholen. Mit den Besetzungsaktionen sind Aktivist*innen unserem Aufruf gefolgt und verleihen unseren Forderungen praktischen Ausdruck.“

Vor und in dem besetzen Gebäude in der Karlstraße ist bis zum Ende der IAA eine vielfältiges inhaltliches und kulturelles Programm unter dem Motto „Open Space for Future“ geplant. So sind Redebeiträge, Workshops, Diskussionen und Auftritte von Musiker*innen und DJs angedacht. Aktuell wird versucht die Veranstaltung anzumelden und somit versammlungsrechtlich abzusichern.

Fritzi Krämer: „Mit dem ‚Open Space for Future‘ wollen wir einen Kontrapunkt zu den ‚Open Spaces‘ der IAA setzen. Ob Polizei und Behörden unsere Pläne zulassen, scheint im Moment noch fraglich. Wir fordern, dass ein kritisches Begleitprogramm in unmittelbarer Nähe zu den städtischen Ausstellungsflächen der IAA ermöglicht wird.“

Für das Haus in der Karlstraße haben die Besetzer*innen langfristige Pläne. So sollen die Räumlichkeiten für selbstorganisierte klimapolitische Gruppen und andere Initiativen als Ort der Vernetzung und Organisierung zur Verfügung gestellt werden. Auch unkommerzielle Kulturveranstaltungen, Vorträge, Workshops und Lesungen sollen in dem Gebäude Platz finden. Vorstellbar wären auch die Einrichtung von kostenlosen Bandproberäumen und eines selbstverwalteten Cafés.

Eine Übersicht zu den No IAA-Protesten

Im September kommt die IAA nach München. Gegen die Autoparty formiert sich vielfältiger Widerstand über den wir euch einen kleinen Überblick geben wollen.

7.-13.9. Camp
Das Camp wird auf der Münchner Theresienwiese stattfinden, zentral in der Innenstadt. Neben Zeltmöglichkeiten, Toiletten und Küchen bietet es ein ausführliches Programm mit Vorträgen, Workshops, Podiumsdiskussionen und Filmen. Dort gibt es auch einen Anlaufpunkt von No Future For IAA an dem ihr euch mit aktuellen Infos versorgen könnt. Wenn ihr euch an der #BlockIAA-Aktion beteiligen wollt, seid am besten Donnerstag Mittag auf dem Camp.
mobilitaetswendecamp.noblogs.org

7.-12.9. Proteste und Aktionen des zivilen Ungehorsams
Über die Woche wird es eine Reihe an Protesten und Aktionen des zivilen Ungehorsams geben, die den reibungslosen Ablauf der IAA stören sollen. Für die Aktionen von Sand im Getriebe gibt es einen Aktionskonsens. https://sand-im-getriebe.mobi/aktionskonsens/ No Future For IAA ist Teil der Sand im Getriebe Struktur und der #BlockIAA Aktionen des zivilen Ungehorsams. Infos zum Protestprogramm gibt es auf dem Camp, achtet auch auf die Social Media Kanäle.

11.9. Großdemo und Sternfahrt
Die Großdemonstration beginnt um 12 Uhr auf der Theresienwiese. Der Protestzug wird sich in der Innenstadt mit der Fahrrad-Sternfahrt vereinen, die auf 17 Routen zur gemeinsamen Kundgebung führt. Außerdem ist eine Kinder-Radldemo angekündigt. Auf der Theresienwiese gibt es im Anschluss eine große Veranstaltung mit Livemusik und Reden. Auf der Großdemonstration rufen wir gemeinsam mit Sand im Getriebe zu einem antikapitalistischen Block auf. iaa-demo.de

9.-10.9. KonTra IAA
„KonTra IAA“ der „Kongress für transformative Mobilität“ versteht sich als Alternativgipfel zur IAA. Im Feierwerk und EineWeltHaus wird es in zahlreichen Podien und Workshops um neue Mobilitätskonzepte gehen.
kontra-iaa.org/programm

Anreise:
Auf dem Blog von Sand im Getriebe sind organisierte Anreisen aufgelistet:
sand-im-getriebe.mobi/anreise

Es gibt außerdem eine Betten- und Anfahrtsbörse
aktionsboerse.org

Wir rufen zu massenhaften Aktionen des zivilen Ungehorsams auf

Gegen die automobile Stadt – den öffentlichen Raum aneignen!

No Future ist Teil der Sand im Getriebe Struktur und der #BlockIAA Aktionen des zivilen Ungehorsams. Wir teilen den Aktionskonsens als verbindlichen Rahmen unseres Protests. Im Zeitraum vom 9. bis 13. September 2021 werden wir, gemeinsam mit vielen Menschen, die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München blockieren und den reibungslosen Ablauf der IAA stören. Unser Fokus liegt dabei auf den Folgen der Messe für den öffentlichen Raum. Mit der Sonderstraße „Blue Lane“ und den „Open Spaces“ genannten Ausstellungsflächen sollen zentrale Orte der klimaschädlichen Autoindustrie exklusiv zur Verfügung gestellt werden. Wir hingegen finden, dass städtischer Raum und die Teilhabe daran für alle Menschen frei von Profitinteressen gestaltbar und zugänglich sein muss.

Die IAA kommt nach München. Wir sind schon da!

Wenn die „Internationale Automobilausstellung“ im September die Stadt mit ihrem Greenwashing-Promo-Event in Beschlag nimmt, werden wir dafür sorgen, dass Staat und Autoindustrie mit der Neuauflage ihres Geschäftsmodells ordentlich gegen die Wand fahren. Mit einem Bannerdrop an einer belebten Straße in München haben wir schonmal ein bisschen auf unsere Mobilisierung aufmerksam gemacht. No Future for IAA!